150 Jahre Statutarstadt

Waidhofen feierte bei Kaiserwetter

Waidhofen blickt auf eine bewegte und bewegende Geschichte zurück – im heurigen Jahr gibt es einen Grund zu feiern: Die Verleihung des eigenen Stadtrechtes jährt sich zum 150. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums gingen eine Reihe von Aktivitäten und Feierlichkeiten über die Bühne. Höhepunkt war ohne Zweifel der offizielle Festakt im „Schloss an der Eisenstraße“.
„Es ist ein Privileg dieser Stadt vorzustehen“, mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Werner Krammer die rund 500 Gäste beim offiziellen Festakt. Gleichzeitig erklärte er die Bedeutung des Statuts für eine effiziente Verwaltung und ein Rathaus, das sich als moderner und offener Dienstleistungsbetrieb sieht. „Das Offene Rathaus ist dem Bürger zum einen durch architektonische Änderungen näher gekommen, wie zum Beispiel durch den Bereich des Bürgerserivces, zum anderen wird hier das One-Stop-Shop-Prinzip wirklich gelebt“, betonte der Stadtchef.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte via Videobotschaft und bezeichnete die Waidhofner aufgrund ihrer bewegten Historie als „geschichtserprobt, offen, initiativ und erneuerungsfähig“. Besonders hob das Staatsoberhaupt den Integrationsleitfaden hervor, der von den Waidhofner gemeinsam erarbeitet wurde, „um eine gute Zukunft zu gewährleisten.“ „Ein klares Bekenntnis zum Miteinander ist wichtig, besonders in herausfordernden Zeiten. Ich glaube die Bürger von Waidhofen können guten Mutes in die Zukunft blicken“, so Van der Bellen weiter.
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, von 1996 bis 1998 selbst Bürgermeister der Stadt, erläuterte die Vorzüge kleiner und mittlerer Städte, wie Waidhofen: „Diese Städte stehen für Lebensqualität und Nachhaltigkeit, für Nutzungsvielfalt und Innovationsklima, für kulturelle Vielfalt und sind darüber hinaus auch Bildungszentren.“ Als Dirigent des Waidhofner Kammerorchesters gestaltete Sobotka die Feier selbst mit und schloss in seiner Ansprache mit den Worten: „Ad multos annos Waidhofen.“
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bezeichnete Waidhofen als „eine der schönsten und lebenswertesten Städte, nicht nur in Niederösterreich, sondern weit darüber hinaus.“ Die Verbindung von Altem und Neuen sowie Menschen, die mit Mut und Offenheit Innovationen und neue Projekte umsetzen, würden Waidhofen auszeichnen. Auch die Digitalisierungsstrategie der Stadt für eine unbürokratische und transparente Verwaltung bezeichnete die Landeshauptfrau als vorbildlich.
In einer Interviewrunde kamen der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes Alfred Riedl, der Vorsitzende der Landesgruppe NÖ des Österreichischen Städtebundes, Matthias Stadler und Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher der Partnerstadt Freising zu Wort. Die Jugendlichen Hannah Streicher und Annika Teufel zeichneten im Gespräch mit Moderator Tom Bläumauer ihr Bild einer zukunftsfähigen Stadt. Historiker Matthias Settele bewegte mit Gedichten, unter anderem von der Waidhofnerin Evelyn Schlag. Den humoristischen Schlusspunkt setzte die Waidhofner Volksbühne mit zwei gelungenen Sketches, geschrieben von Hilde Fally.

Festmesse & Empfang
Bereits vor dem Beginn des Festaktes fand ein festlicher Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche statt. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Musik- und Kunstschule Waidhofen. Mit einer besonderen Darbietung glänzte auch die Stadtmusikkapelle beim Empfang vor dem Schlosscenter. Die Musiker empfingen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit einem eigens komponierten Stück „Wo Musik lebt“.

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„Blick zurück nach vorn“
150 Jahre autonomes Stadtrecht waren auch Grund genug, um eine umfangreiche Publikation herauszugeben. Zehn namhafte Waidhofner Autoren stellten, unter der Koordination von Magistratsdirektor Christian Schneider, ein Buch zusammen. Das Konzept dazu verfasste Matthias Settele. Eine der Hauptverantwortlichen war Musealvereinsobfrau Maria Gumpinger, die auch das Lektorat übernahm. Weitere Autoren sind Paul Stepanek, Wolfgang Sobotka, Franz Hofleitner (leider im Juli dieses Jahres verstorben), Ernst Beneder, Herbert Döller und Inge Janda. Erhältlich ist das Buch mit dem Titel „Blick zurück nach vorn“ im Tourismusbüro und der Bücherecke Waidhofen.
Eine bildliche Abhandlung des Buches findet sich noch bis 11. April in Form einer Fotoausstellung im Offenen Rathaus.

Video Gratulation Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Jugendliche am Wort - Video Maximilian Weiss