Platz 4 im Zukunftsranking

Ein guter Ort für Gründer

Beim diesjährigen Zukunftsranking der „Pöchhacker Innovation Consulting“  GmbH belegte Waidhofen den hervorragenden vierten Platz in der Gesamtwertung. Alle österreichischen Bezirke wurden hier auf ihre Zukunftsfähigkeit getestet. Waidhofen platzierte sich erstmals unter den besten Fünf und gewann im Vergleich zum Vorjahr ganze 19 Plätze dazu.

Bei den Wirtschafts- und Innovationsindikatoren zeigte Waidhofen mit Platz zwei auf und machte im Vergleich zum Ranking 2018 einen Sprung um 12 Plätze nach oben. Grund dafür sind die höchste Gründungsrate aller Bezirke (9 Gründungen je 1000 Einwohner) sowie die vierthöchste Unternehmensdichte. Dazu kommen viele größere Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zahlreiche Beschäftigte in wissensintensiven Dienstleistungen.

„Dass die Unternehmensgründungen vor allem in den letzten Jahren stark zugenommen haben, freut uns und bestätigt unseren Weg ganz klar. Waidhofen darf seine Funktion als zentrales Versorgungs- und Dienstleistungszentrum für das Ybbstal und das angrenzende Oberösterreich nicht verlieren. Das war die Ausgangslage unserer Stadtentwicklungsstrategie, die wir vor fünf Jahren festgelegt haben. Für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes haben wir konkrete Handlungsfelder erarbeitet und setzen die einzelnen Maßnahmen Schritt für Schritt um. Wie zum Beispiel das Standort Exposé, den flächendeckenden Glasfaserausbau oder den Beta Campus“, erklärt Bürgermeister Werner Krammer.

Eine hohe Zahl an Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern spielt eine wichtige Rolle für das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt. Beschäftigungszahlen steigen, innovative Ideen und Fortschritt nehmen zu. „Politik muss hier die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, weist Stadtchef Krammer auf die Initiativen hin, die Neugründungen von Unternehmen forcieren sollen, wie zum Beispiel „Gründung findet Stadt“. Eine entscheidende Rolle kommt hier der Gründeragentur „riz up“ zu. „Wir bieten vor Ort kostenlose Unterstützung von der ersten Idee bis zur Umsetzung des Geschäftsvorhabens an. Von der Businessplanerstellung über Förderungen oder Marketingmaßnahmen decken wir viele Themen ab. Dabei erhält jeder eine maßgeschneiderte Beratung, die zum eigenen Projekt passt“, erklärt Gregor Haslinger, „riz up“-Berater. Waidhofens Standortstärken sieht er vor allem in „einem Netz an unterschiedlichen Menschen, die neuen Ideen offen gegenüberstehen und diese unbürokratisch unterstützen“. „Die historische Innenstadt, kurze Wege, moderne Infrastruktur und die Natur vor der Nase sind starke Argumente, um seine Ideen in Waidhofen zu verwirklichen“, so Haslinger weiter.

Mit dem flächendeckenden Breitbandausbau im gesamten Stadtgebiet und dem „Beta-Campus“ wurden vor allem im Bereich der Technologie wichtige Grundsteine gelegt.
Anfang des Jahres gründete Christian Artner-Yanni sein Start-up „Use Data To Lead“ in Waidhofen. „Wir helfen Unternehmen dabei, Daten zu sehen, zu verstehen und damit Geschäftsprozesse aktiv zu steuern. Durch interaktive Dashboards können die User eigenständig Fragen stellen und schnellere und bessere Entscheidungen treffen “, beschreibt Artner-Yanni sein Unternehmen. „Waidhofen bietet eine hervorragenden Mix aus einer kleinen, aber umfassenden urbanen Infrastruktur und das eingebettet in einer idyllischen Landschaft. Man hat die Vorteile von Stadt und Land an einem Ort. Für Unternehmen wie uns aus dem Bereich der Digitalisierung sind natürlich auch die Versorgung mit Glasfaser und Infrastrukturprojekte wie der ‚Beta-Campus‘ ein nicht unwesentlicher Faktor – damit ist die Richtung und Positionierung der Stadt und der ganzen Region als Technologiestandort unmissverständlich.“

Aktuell soll das LEADER-Projekt „Gründung findet Stadt“ die Gründungskultur in Waidhofen noch weiter verstärken und gleichzeitig Leerstände im Ortszentrum reduzieren. (Nähere Informationen zum Projekt: www.gruendungfindetstadt.at) „Bei den Leerständen gibt es generell ein Auf und Ab. 2019 haben wir aktuell 15 Leerstände in der Innenstadt. Aktive Leerflächenvermittlung und gezielte Maßnahmen sollen hier zu einer Verbesserung führen“, so Bürgermeister Krammer, der mit dem Bekenntnis „Unser Einkaufszentrum ist die Innenstadt“ einen klaren Standpunkt hat. Die gemeinsam im Gemeinderat beschlossene Zentrumszonenverordnung hilft ein Einkaufszentrum auf der grünen Wiese zu verhindern. Ein Vorteil, den auch Elisabeth Holubovsky, so sieht: „Waidhofen ist gewissermaßen ein regionales Zentrum, das weit genug von größeren Städten wie Wien und Linz entfernt ist. Gerade im Handel hilft uns das sehr. Es ist keine Großstadt, bietet aber trotzdem viele Möglichkeiten.“ Anfang 2018 übernahm die dreifache Mutter das Modegeschäft „ARCADA“ am Unteren Stadtplatz und erfüllte sich damit einen langersehnten Wunsch. „Waidhofen bietet nicht nur wirtschaftlich gesehen ein tolles Umfeld, sondern ist vor allem für Familien sehr lebenswert“, erklärt sie.
Auch Doris Spindelberger, die in Waidhofen aufgewachsen ist und bereits Tätigkeiten in Krems, Wien und Südengland nachging, ist jetzt wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Ihre Praxis für Psychotherapie hat sie am Unteren Stadtplatz eröffnet. „Waidhofen punktet mit den Menschen, die hier leben. Sie sind es, die diese Stadt zu dem machen, was sie ist. Das ist natürlich ein großer Antrieb für mich in meiner Arbeit, weil ich das Privileg habe diese Menschen zu begleiten. Auch wenn ich nach wie vor gerne in andere Städte reise, gibt es tatsächlich nichts was ich an Wien vermisse, was ich nicht hier in zumindest gleichwertiger Qualität vorfinden würde.“