„Der Amazonas brennt – Was hat das mit uns zu tun?"

Amazonas- und Brasilienexperte am 7. November, um 19 Uhr im Sparkassen-Saal

Auf Einladung des Weltladens kommt der Amazonas- und Brasilienexperte Hans Kandler vom Klimabündnis Österreich am 7. November um 19 Uhr zu einem Vortrag in den Saal der Sparkasse Waidhofen/Ybbs.

Schon als Kind haben wir das gelernt: Wenn ich den heißen Ofen angreife, dann verbrenne ich mir meine Finger! Wenn ich dieses oder jenes tue, dann hat das Auswirkungen – auf mich, aber auch auf andere!

In einer Welt, wo unsere Waren aus allen Teilen der Welt kommen und wir in fast alle Teile der Welt reisen können, wirkt sich das, was in einem Land passiert, auf alle anderen aus.
Und oft leiden Menschen unter den Folgen von Ereignissen und Verhaltensweisen, die ganz anderswo passieren und für die sie nichts können.

Wenn wir und Menschen in anderen Teilen der Welt viel Fleisch essen wollen, dann braucht man Futtermittel, dann entsteht ein Druck immer neues Land zu roden.
Wenn der Regenwald am Amazonas brennt, dann hat das Auswirkungen nicht nur auf andere Regionen Lateinamerikas, sondern auch auf uns und die ganze Erde.

Der Referent Hans Kandler ist in Österreich geboren und aufgewachsen, hat mit seiner Familie 20 Jahre in Brasilien, 10 davon in Acre im Amazonas gelebt und mit Kleinbauern und indigenen Völkern gearbeitet. Seit 1993 arbeitet er beim Klimabündnis Österreich und ist immer wieder in der Region, bei den Partnern des Klimabündnisses am oberen Rio Negro.

Bei diesem kostenlosen Vortrag ist es möglich, Fragen zu stellen und seine Standpunkte in die Diskussion einzubringen. „Sie werden die Zusammenhänge zwischen uns und dem fernen Amazonas besser verstehen und auch ihren persönlichen Handlungsspielraum erkennen", verspricht Hans Kandler.


„Bimala blüht selbstbewusst auf!“

5. Waidhofner Weltabend am 17. Mai 2018 mit Fairytale-Modenschau

Begeisterung, Fröhlichkeit und bunte Farben bestimmten am 17. Mai die Modenschau beim 5. Waidhofner Weltabend im Eventraum der Fa. Oberklammer. Ingrid Gumpelmaier-Grandl führte die Models aus der Region mit zauberhaften Kollektionen über den Laufsteg, zur offensichtlichen Freude des begeisterten Publikums. Die Referentin ist selbst die Designerin von Fairytale und produziert seit 9 Jahren ihre ökofaire Mode in Kooperation mit einer Schneidereimanufaktur in Kathmandu. Hohe Qualität in der Fertigung, kein Gifteinsatz beim Textildruck, langfristige Kooperation, gute Löhne und konkrete Unterstützung beim Bau einer Photovoltaikanlage sind für sie typische Merkmale einer Handelsbeziehung auf Augenhöhe. Das einst so schüchterne Mädchen Bimala sei durch die Entwicklungschancen in ihrer Partnermanufaktur zur Schmuckdesignerin aufgeblüht und bestimmt nun ihr Leben als junge Frau mit großem Selbstbewusstsein. „Diese Ermächtigungen von Menschen in den fairen Handelsbeziehungen sind für uns das Wertvollste“, so die begeisternde und quirlige Referentin.

Geschäftsführerin Verena Anger und Obmann Hermann Wagner führten vor der Modenschau durch die Vollversammlung des Weltladenvereins. Dabei wurde der neue Jahresbericht nach den Kriterien der Gemeinwohlökonomie präsentiert und schon auf das Musical ONCE WE HAD A DREAM am 13. September 2018 im Plenkersaal verwiesen. Eine Truppe junger Musicalschauspieler vom Partnerprojekt PREDA auf den Philippinen wird die Thematik der Befreiung aus der weitverbreiteten Kinderprostitution auf die Bühnen bringen.

Kathrin, Judith und Andreas Fuchslueger aus Ybbsitz umrahmten mit wunderschönen Liedern den Weltabend musikalisch. Über Fairytalegutscheine durften sich bei der Verlosung Rosina Ritt und Markus Hintsteiner freuen.

Beim Snackbuffet mit vielen Zutaten aus dem Weltladensortiment wurden die Impulse des Abends noch lange nachbesprochen. „Diese Veranstaltung wird uns mit ihrem Zauber, der modischen Schönheit und den vielen Ermutigungen für unsere Arbeit noch lange nähren und stärken“, resümierte der zufriedene Obmann Hermann Wagner.


Indischer Gast referiert zu bio-fairtrade-Baumwolle in Waidhofen

September 2017

Der Weltladen Waidhofen an der Ybbs hatte am 29. September den indischen Referenten Srikar Yenuka im Rahmen der EZA-Produzententour zu Gast. In der AULA der HAK eröffnete er dem hochinteressierten Publikum genaue Einblicke in die herausfordernde Produktion von bio-fairtrade-zertifizierter Baumwolle im trockenen Osten Indiens. In der Chetna Organic Farmers Association sind heute rund 10 000 Kleinbauern und –bäuerinnen organisiert, die in 150 Dörfern 5000 Tonnen Baumwolle ausschließlich biologisch produzieren und die selbst Träger der Kooperative sind. Er berichtete von erfolgreicher Mischkultur, die in dieser Kooperative mit viel Forschungsarbeit entwickelt wurde und die zusätzlich zu besseren Erträgen bei der Baumwolle auch zu einer 100%-igen Ernährungssouveränität in den Dörfern geführt hat. Damit, so der dynamische Gastreferent, konnte die Bodendiversität enorm gesteigert sowie die früher sehr hohe Abwanderungs- und Suizidrate drastisch vermindert werden. Wie wichtig die Abnahme ihres Produktes über die Fairtrade-Handelskette ist, erläuterte er anhand der Aufzählung von Anschaffungen, die in den Dörfern mit der Fairtradeprämie getätigt werden konnten: Landkauf für Versuchsflächen, Investitionen in Schulen und spezielle Ausbildung von Mädchen, Wasserversorgung, Regenwasserbecken für die Felder, eigene Dorfläden. Über die EZA-Modenmarke anukoo und das Modelabel Göttin des Glücks landet die Baumwolle von Chetna Organic Farmers Association auch im Weltladen Waidhofen.

Diese Mode, in indischen Nähereien produziert,  wurde daher am Beginn des Abends in einer kurzen schicken Modenschau gezeigt. Eine besondere Note bekam der Abend durch die Biokäseverkostung vom Haus Sonnhalmberg. Biobauern aus dem Mostviertel begegneten dem Biolandbau in Indien. Weltladenobmann Hermann Wagner meinte nach dem Abend: „Wir freuen uns über einen intensiven Bildungsabend, der uns einen Faden von den Textilien auf unserer Haut zu den hoch engagierten Produzenten und Produzentinnen in Indien knüpfen ließ!“