Mountainbiken im Herbst
Fairplay besonders wichtig!
Mountainbiken erfreut sich in Waidhofen großer Beliebtheit. In den vergangenen Jahren hat die Stadt gemeinsam mit den betroffenen Grundeigentümern – den Österreichischen Bundesforsten sowie der Familie Pechgraber/Oberreithbauer – am Schnabelberg und am Rabenberg neue Mountainbikestrecken realisiert. Damit dieses Angebot langfristig erhalten werden kann, braucht es jedoch die Rücksichtnahme aller Nutzerinnen und Nutzer. Gerade im Herbst sind die geltenden Benützungszeiten und das Meiden von Wildruhezonen besonders wichtig.
Als Ergebnis des Projektes „Natur und Mensch in Waidhofen“ konnten 2025 in Atschreith zunächst probeweise drei neue Streckenabschnitte freigegeben werden. Die Pilotphase wurde wissenschaftlich begleitet und brachte erfreuliche Ergebnisse: Die neuen Strecken wurden von den Mountainbikern sehr gut angenommen, gleichzeitig konnten keine gravierenden Beeinträchtigungen des Wildverhaltens festgestellt werden.
Die Österreichischen Bundesforste haben die neuen Streckenabschnitte daher als Grundeigentümer für zumindest fünf weitere Jahre freigegeben. Danach soll eine neuerliche Evaluierung erfolgen.
95 Prozent halten sich an die Regeln
Die Erfahrungen zeigen, dass sich rund 95 Prozent der Mountainbikerinnen und Mountainbiker an die geltenden Regeln halten. Etwa fünf Prozent der Fahrten finden allerdings weiterhin in nicht zulässigen Bereichen oder außerhalb der erlaubten Zeiten statt.
Gerade Verstöße gegen die Benützungszeiten sorgen immer wieder für Konflikte mit jagdlichen Aktivitäten. Die Stadt appelliert daher eindringlich an alle Mountainbiker, die festgelegten Zeiten einzuhalten.
Im September dürfen die MTB-Strecken von 8.00 bis 18.00 Uhr, im Oktober von 9.00 bis 17.00 Uhr befahren werden.
Diese Zeiten sind nicht willkürlich gewählt. Sie orientieren sich am natürlichen Verhalten der Wildtiere und berücksichtigen die Erfordernisse der Jagd. Wer außerhalb der erlaubten Zeiten unterwegs ist, stört Wildtiere, erhöht das Risiko von Wildschäden im Wald und gefährdet das gute Miteinander zwischen Freizeitnutzung, Grundeigentümern und Jägerschaft.
Besonders sensibel im Herbst
Vor allem im Oktober ist das Zeitfenster für die Jagd am Abend aufgrund der früher einsetzenden Dunkelheit sehr knapp. Werden Wildtiere durch spät fahrende Radfahrer aufgeschreckt, ziehen sie sich in den Wald zurück. Erst wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, kommen sie auf offene Flächen zurück. Dann reichen die Lichtverhältnisse für eine sichere Jagdausübung oftmals nicht mehr aus.
Das kann weitreichende Folgen haben: Bleibt das Wild verstärkt im Wald, können Schäden an jungen Bäumen durch Verbiss entstehen. Gleichzeitig wird es für die Jägerschaft schwieriger, die vorgeschriebenen Abschusspläne zu erfüllen. Langfristig kann dadurch das Gleichgewicht zwischen Wald und Wild beeinträchtigt werden.
Wildruhezonen: Hier heißt es Stopp
Ein zweiter wichtiger Punkt betrifft besonders sensible Gebiete, die als Wildruhezonen ausgewiesen sind. Sie dienen den Tieren als Rückzugsräume und dürfen mit dem Mountainbike keinesfalls befahren werden.
Um diese Bereiche noch eindeutiger zu kennzeichnen, wurde in Atschreith eine neue Beschilderung eingeführt. Gelbe Tafeln machen zunächst auf die nahende Wildruhezone aufmerksam. Kurz darauf folgen rote Tafeln, die unmissverständlich signalisieren: Ab hier ist für Mountainbikerinnen und Mountainbiker Stopp.
„Wir haben bewusst ein ‚Ampelsystem‘ gewählt, weil wir glauben, dass dies am besten wahrgenommen wird und Klarheit vermittelt. Gleichzeitig haben wir uns bemüht, in aller Kürze zu erklären, warum das Thema so sensibel ist. Es geht um einen Rückzugsraum für Wildtiere, in dem diese möglichst ungestört bleiben sollen. Radfahrerinnen und Radfahrer haben einen großen Bewegungsradius und nähern sich schnell und überraschend. Der ‚Schreckeffekt‘ ist daher größer als bei sich langsam bewegenden Wanderern“, erklärt Förster Thomas Weissnar als Vertreter der Österreichischen Bundesforste.
Auch Vizebürgermeister Mario Wührer unterstreicht die Bedeutung des Fairplay-Gedankens: „Damit die MTB-Strecken auch langfristig genutzt werden können, ist das rücksichtsvolle Verhalten aller Nutzerinnen und Nutzer entscheidend. Die Fairplay-Regeln, besonders die festgelegten Nutzungszeiten, sind einzuhalten. Es hat viel Zeit und Energie gekostet, das Streckennetz zu erweitern, da in den Naherholungsgebieten rund um die Stadt eine Vielzahl von Interessen aufeinandertreffen. Nur durch ein respektvolles Miteinander ist sichergestellt, dass die Nutzung der Strecken auch dauerhaft möglich bleibt.“
Der gemeinsame Appell von Stadt und Grundeigentümern an alle Mountainbikerinnen und Mountainbiker lautet daher: Bleibt auf den freigegebenen Strecken, respektiert die Wildruhezonen und haltet euch an die Benützungszeiten. Fairplay schützt Wald und Wild – und sichert zugleich die Zukunft des Mountainbike-Angebots in Waidhofen.