Liebe zur Natur

Waidhofen a/d Ybbs bekennt sich mit Überzeugung zur „Natur im Garten“-Gemeinde. Experte Bernhard Haidler berät im Offenen Rathaus wöchentlich zum Thema naturnahe Gartengestaltung. 

Tag des Baumes – Ehre, wem Ehre gebührt!

„Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“ (Sprichwort aus Uganda)
Mit dem internationalen Tag des Baumes am 25. April, soll dem unschätzbaren Wert unserer Bäume, welche täglich zahlreiche wertvolle Leistungen für uns Menschen erbringen, im Jahr des Baums von „Natur im Garten“, gebührend Rechnung getragen werden.

Unser „Bruder Baum“ beeinflusst das Mikroklima im Sinne einer natürlichen Klimaanlage maßgeblich und trägt so zum Wohlbefinden des Menschen bei. Er unterstützt als grüne Lunge die Verbesserung der Luftqualität, bindet CO2 und leistet durch seine Funktion bezüglich Bodenerhalt und Regenwasserrückhalt einen Beitrag zum Lebensraumerhalt. Bäume sind daher gerade in Gärten und im öffentlichen Grünraum unverzichtbare und wertvolle Gestaltungselemente. Die Wahl des richtigen Baumes will aber gut überlegt sein, denn nur dann gedeihen die Bäume prächtig und bleiben über Jahrzehnte hinweg gesund.

„In der Datenbank befinden sich Bäume, die ökologisch wertvoll sind und einen hohen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten. Grundsätzlich liegt die beste Pflanzzeit für Jungbäume im Herbst, da so die Bodenfeuchte genutzt werden und die Wurzelbildung noch vor dem Winter einsetzen kann. Ein weiterer möglicher Pflanztermin wäre auch jetzt im Frühling, solange die Bäume noch nicht ausgetrieben haben. Containerpflanzen können, wenn eine regelmäßige Wasserversorgung gewährleistet ist und die Baumscheibe gemulcht wird, die ganze Vegetationsperiode hindurch gepflanzt werden“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“.


Was Bäume alles können – Gründe warum wir Bäume brauchen, gibt es viele!

Allen voran stehen die für uns lebensnotwendige Sauerstoffproduktion sowie die Filterung von Feinstaub und Schadstoffen. Bäume sind die „Grüne Lunge“ der Erde. Durch die Photosynthese schenken sie uns die Luft zum Atmen und sorgen für eine hohe Luftqualität. Bäume tragen außerdem aktiv zum Klimaschutz bei, da sie CO2 binden und somit den Ursachen des Klimawandels wie dem Treibhauseffekt entgegenwirken. Aufgrund ihres großen Kronenvolumens und der immensen Blattmasse sind ausgewachsene Bäume natürliche Sauerstoff-Kraftwerke. Zudem sichern Bäume eine gute Bodenqualität, da sie im Stande sind Regenwasser und fruchtbaren Boden an Ort und Stelle zurückzuhalten.

In Gärten und öffentlichen Grünflächen sind Bäume wesentliche Gestaltungselemente, denn ihre Kronen bilden Dächer, unter welchen neue „Räume“ entstehen und erschließen dadurch eine dritte Gestaltungsdimension. Unter ihrem schützenden, grünen Blätterdach sorgen Bäume für Wohlfühlklima: sie kühlen die Umgebung bei Hitze maßgeblich und spenden wohltuenden Schatten. „Laut ForscherInnen der niederländischen Universität Wageningen entspricht die Kühlleistung eines Baumes 20 bis 30 Kilowatt, das ist etwa so viel, wie zehn Klimaanlagen leisten. Auf von Bäumen beschatteten Oberflächen kann eine Temperaturreduktion um 12 - 20° C gemessen werden. Besonders in Städten kann durch eine strategisch günstige Planung von Parks und Baumbeständen kühle Luft im Stadtgefüge ‚erzeugt‘, in umliegende Wohngebiete verteilt und damit der Hitzeinseleffekt vermindert werden. Neben den beachtlichen Leistungen als natürliche Klimaanlagen, haben Bäume für die Bevölkerung vor allem auch einen hohen Stellenwert hinsichtlich ihrer Wohlfahrtswirkung“, erklärt Landesrat Martin Eichtinger. Nicht nur für uns Menschen sind Bäume unverzichtbar, sie stellen einen wertvollen Lebensraum für unzählige Lebewesen dar, denn sie bieten Nahrung, Unterschlupf, Nistmöglichkeit, Überwinterungsquartier und Schutz. „Besonders in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft stellen selbst einzelne Bäume oder Gehölzgruppen ökologisch wertvolle Inseln, sogenannte ‚Trittsteine‘, für unsere heimische Artenvielfalt dar. Liegen viele solcher Inseln zwischen siedlungsnahen Naturschutzflächen, kann ein grüner Korridor entstehen, in welchem Tier- und auch Pflanzenarten wandern können. Jede Gartenbesitzerin und jeder Gartenbesitzer kann durch naturnahes, ökologisches Gärtnern einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Förderung unserer Artenvielfalt beitragen“, so Katja Batakovic.

Weitere Informationen zu Vorträgen, zur Anmeldung für Seminare bzw. rund um die ökologische Bewirtschaftung im Garten:
„Natur im Garten“ Telefon +43 (0)2742/74 333, gartentelefon@naturimgarten.at, www.naturimgarten.at


Obstbaumschnitt für Baumgesundheit und reiche Ernte

Insbesondere junge Bäume müssen in den ersten Jahren regelmäßig geschnitten werden, um ein entsprechendes Wuchsbild zu erzielen, das Wachstum zu regulieren und so optimal für Baumgesundheit und reichen Fruchtertrag vorzusorgen. In den „Natur im Garten“ Obstbaumschnittseminaren erlernen Sie alles zu Schnittführung und Schnittzeitpunkt, Kronenaufbau, Werkzeughandhabung und über die Gesunderhaltung von Obstbäumen. Unter der fachkundigen Anleitung der Vortragenden können Sie gleich selbst zur Schere greifen und Ihr erworbenes Wissen in die Praxis umsetzen.  
  
„Führen Sie den Winterschnitt von Kernobst wie Apfel oder Birne zwischen Januar und März an trockenen, frostfreien Tagen durch. Je früher und je stärker zurückgeschnitten wird, desto stärker erfolgt der Austrieb. Achten Sie unbedingt auf scharfes, sauberes Schnittwerkzeug“, erklärt DI Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Aktion „Natur im Garten“.

Die erste Schnittmaßnahme besteht aus dem Pflanzschnitt, der direkt nach dem Einpflanzen erfolgt und dem Baum die erste Form gibt: Ein Mitteltrieb und drei bis vier schön verteilte Seitentriebe sind hier das Ziel. Konkurrenztriebe werden am Ansatz entfernt. Durch den Erziehungsschnitt wird eine ausgewogene Ausbildung der Kronenform des Jungbaumes angestrebt. Die Leitäste werden eingekürzt, Konkurrenztriebe und nach innen wachsende Triebe werden entfernt. Der Erhaltungsschnitt in den weiteren Jahren sichert den regelmäßigen Ertrag. Zu dichtes Fruchtholz wird ausgelichtet, um junge, kräftige Fruchtruten zu fördern






Seminartipps von „Natur im Garten“ für Privatgärtnerinnen und -gärtner:


Garten findet Stadt

Am Samstag 18. & Sonntag, 19. Juni lädt Waidhofen ein, das wunderbare Stadtgrün zu entdecken. Naturvermittler nehmen die Besucher mit auf spannende Touren und verraten allerhand Wissenswertes über die verschiedenen Parkanlagen. Die Rundgänge führen durch die Stadt, durch Parks und Gärten und durch den Wald. Natürlich ist auch die beeindruckende Naturkulisse am Buchenberg mit seinem Waldgarten, dem Andachtsgarten und dem Pilzgarten Teil der Entdeckungsreise. Ambitionierte Privatgärtner, die eine Natur im Garten-Plakette besitzen, öffnen ihre Pforten am Samstag und am Sonntag und bieten zusätzlich zu ihren Grünoasen ein abwechslungsreiches Kulturprogramm vor Ort an.

Am Samstag warten nicht nur einige offenen Gartentüren der Waidhofner Privatgärtner, sondern um 20.00 Uhr nimmt Sie Christian Raffetseder, Experte in Naturschutz, Biodiversität & Ländliche Entwicklung, mit auf einen nächtlichen Rundgang durch die "Schattenleiten des Lichts" in den Gärten Waidhofens.
An beiden Tagen erwartet Sie ein buntes Programm gefüllt mit Gärten, Wissen, Kultur & Kulinarik.

Alle, die eine Natur im Garten-Plakette beantragen möchten, können sich entweder in der Umweltabteilung bei Kohlnberger Markus, bei Natur im Garten unter T +43 2742/74333 oder gartentelefon@naturimgarten.at oder bei Bernhard Haidler (freitags von 9.00 bis 13.00 im Infobüro Schloss Rothschild) melden. Die Voraussetzungen finden sich auf www.naturimgarten.at .

https://schloss-rothschild.at/garten-findet-stadt


„Natur im Garten“-Gemeinde

Schon in den Vorjahren wurden zahlreiche private und öffentliche Gärten der Stadt mit Natur-im-Garten-Plaketten ausgezeichnet. Waidhofen geht aber noch einen Schritt weiter: Bei der Park- und Grünanlagengestaltung wird gänzlich auf Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel verzichtet. Durch die Einhaltung der "Natur im Garten"-Kriterien wurde Waidhofen a/d Ybbs 2015 offiziell zur "Natur im Garten"-Gemeinde ernannt. Ökologische, nachhaltige Bewirtschaftung ist das Grünflächen-Credo in der Stadt. 

Bildungsstandort 

Waidhofen a/d Ybbs ist außerdem "Natur im Garten"-Bildungsstandort. Unter anderem werden kostenlos Vorträge und Workshops zum Thema Garten angeboten.  Bei den Veranstaltungen finden Sie die nächsten Termine. Zudem wurde ein eigenes "Natur im Garten"-Büro im Rathaus eingerichtet.


"Natur im Garten"-Büro

Waidhofen a/d Ybbs bekennt sich mit Überzeugung zur "Natur im Garten"-Gemeinde. "Natur im Garten"-Berater Mag. Berhard Haidler informiert jeden Freitag im Schloss Rothschild zu diversen Gartenthemen und gibt saisonale Tipps für Pflanzenliebhaber!

Schon gewusst?
Der Schlosspark im Schloss Rothschild ist ein anerkannter "Natur-Im-Garten"- Schaugarten!



Öffnungszeiten

Freitags: 9.00 bis 13.00 Uhr

Termin ausmachen und vorbeikommen!
Anmeldung unter: T +43 2742 74 333

Standort

Schlossweg 2
3340 Waidhofen a/d Ybbs