Historische Gebäude

Flaniert man durch die historische Innenstadt Waidhofens entdeckt man auf enigen Gebäuden Informationsschilder, die Interessantes zur Geschichte der Häuser oder Plätze erzählen. Hier finden sich weitere Informationen und Fotos zu diesen bedeutsamen Orten.

Pfarrkirche

Die Pfarrkirche zur Heiligen Maria Magdalena und zum Heiligen Lambert wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Die spätgotische Hallenkirche verfügt über einen Flügelaltar aus der Zeit um 1480. Ab 1660 wurde sie barockisiert. Nach Bombenschäden 1944 erhielt die Kirche neue Glasfenster, von denen eines die Waidhofner Stände zeigt.
Der Rundturm hinter der Kirche, der einst Teil der Stadtbefestigung war, ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Er diente früher als Zeughaus und beherbergte das Waffenarsenal zur Verteidigung der Stadt.

Schloss Rothschild

Die alte Burg- und Schlossanlage war der Sitz des Verwalters der Freisinger Grundherrschaft und wurde um 1400 zu einer repräsentativen Schlossanlage mit Bergfried ausgebaut.
Nach dem Ende der Grundherrschaft 1803 verfiel das Schloss bis es Baron Albert von Rothschild 1875 als Verwaltungssitz für seine ausgedehnten Forstdomänen in der Region kaufte und umbauen ließ. Heute gehört das vom Stararchitekten Hans Hollein umgebaute Schloss der Stadt Waidhofen und dient als Kulturzentrum.

Standort Steg

Die Ybbs bildete seit dem Mittelalter die Grenze zwischen verschiedenen Herrschaftsgebieten und späteren Gemeinden. Während das linksseitige Ufer mit Waidhofen zur Grundherrschaft des Freisinger Bischofs gehörte, war das rechtsseitige Zell eine Besitzung des Hochstifts Passau, mit wechselnden Lehensträgern. Die Konkurrenz der beiden Orte dauerte bis in die jüngste Vergangenheit und endete erst mit der Gemeindezusammenlegung 1972. Heute pflegen die beiden Ortsteile ein harmonisches Miteinander.

Wetterhäuschen

Das prachtvolle Wetterhäuschen, besticht durch seinen punkvollen Schmiedeeisen-Baldachin. Um 1900 schenkte Baron Rothschild der Stadt den Baldachin, der gemeinsam mit dem Wetterhäuschen und dem Gehäuse, das der Verschönerungsverein gespendet hatte, auf dem Oberen Stadtplatz aufgestellt wurde. Nach diversen Zwischenstationen wurde das Wetterhäuschen im Jahr 2019 endgültig an seinen neuen Platz vor dem Schlosspark aufgestellt.

Gerharthof

Das Innere dieses Hauses beherbergt einen herrlichen Arkadeninnenhof. Der Gerharthof ist ein herausragendes Beispiel für den architektonisch umgesetzten Wohlstand seines Bauherrn. Er kann wohl als der schönste und stilechteste gotische Innenhof Waidhofens bezeichnet werden. Geschmückt mit Rauten und Fischblasen-Ornamenten, ruht das erste Stockwerk mit Tonnengewölbe auf gedrehten Pfeilern.

Schlossgasse

Schon seit dem 13. Jahrhundert siedelten sich hier entlang des Schwarzbaches zahlreiche Hammerwerke an. 1436 arbeiteten in Waidhofen bereits 100 Messerschmiede, 60 Klingen- und 10 Nagelschmiede, 10 Sensenwerke, 25 Schlosser, 26 Zirkelschmiede, 10 Ring- und Panzerstricker, 16 Bohrerschmiede, 4 Nadler und 4 Drahtgewerke.

Rathaus

Das Haus am Freisinger Berg war als Gasthaus „Zum roten Krebs“ mit Theatersaal lange Zeit beliebter Treffpunkt der Waidhofner Bürger. 1922 erwarb die Stadt das Haus und baute es zum heutigen Rathaus um. 1996 wurde das Haus von Ernst Beneder als „Offenes Rathaus“ konzipiert und zum lichtdurchfluteten Dienstleistungszentrum umgebaut.
„Den 13. April 1839 ließ sich auf dem hiesigen Theater ein gewisser Johann Mayr ohne Instrument sondern blos durch Pfeiffen mit dem Mund, wo er alle nur möglichen Vögel im Gesange sehr teuschend nachahmte, und andere Stücke aufführte, hören. Er hat durch dreymahlige Production sehr viele Aufmerksamkeit erregt.“       

Stadtturm

 An der Stelle des Stadtturms stand zuerst ein niedriger Befestigungsturm aus der ersten Stadtentwicklungsphase. 1535–1542 wurde der Turm aus dem Erlös des „Türkenschatzes“ aufgestockt und als Wachtturm genutzt.

An seiner Südseite steht der „Stock im Eisen“, eine historische Rarität, die sonst nur noch in Wien und Bratislava zu finden ist. In den Baumstumpf schlugen auf ihrer Wanderschaft durchziehende Schmiedegesellen selbst geschmiedete Nägel und hinterließen damit sozusagen ihre Visitenkarten

Bezirksgericht

Dieser wuchtige Renaissancebau wurde nach dem großen Stadtbrand von 1571 als Wohnhaus vom mächtigen Stadtschreiber Wolfgang Ebenperger errichtet und zeigt die architektonischen Einflüsse der weitreichenden Handelsbeziehungen der Waidhofner Bürger.
Nach Ebenpergers Sturz wurde es 200 Jahre als Rathaus der Stadt verwendet.

Als Sohn des Magistratssyndikus wurde hier auch der bekannte Alpenmaler Ludwig Halauska 1823 geboren.


Ybbsturm

Der letzte Torturm der alten Stadtbefestigung ist zugleich einer der ältesten. Erbaut im 13. Jahrhundert erfuhr der vierkantige, ehemals unverputzte Turm viele Veränderungen. So wurde das vorgelagerte Zwingertor mit Steg Anfang des 19. Jahrhunderts entfernt.
Ein späterer Versuch, den ganzen Turm abzureißen, konnte in letzter Minute verhindert werden. Bei der letzten Umgestaltung im 19. Jahrhundert wurde die Tafel mit der Aufschrift „Ferrum Chalybsque Urbis Nutrimenta“ (Eisen und Stahl ernähren die Stadt) angebracht.



Graben

Der Wehrgraben entlang der Stadtmauer wurde Ende des 14. Jahrhunderts unter Bischof Berthold von Wehingen ausgehoben. 3 große Türme der Wehrmauer,) begrenzten den Graben und dienten als Wachttürme und stehen bis heute noch. Reste der Stadtmauer sind ebenfalls noch zu sehen. Ab 1806 wurde der Graben eingeebnet und die Fläche als Gärten den Hausbesitzern zugeteilt. Ein letzter Rest des Grabens ist heute noch hier beim so genannten „Bürgermeistergarten“ zu sehen.

Klosterkirche

Die 1659 geweihte Hallenkirche des Kapuzinerordens diente als Bollwerk des Katholizismus gegen die protestantische Mehrheit während der Gegenreformation und wurde unter Joseph II. aufgehoben, 1834 aber wieder eingeweiht.
Die als Kohlenlagerplatz, Wagenremise und Schweinestall verwendete ehemalige Kapuzinerkirche wurde in der Biedermeierzeit wieder eingeweiht und erhielt ihren heutigen Turm. Namenspatron wurde der Heilige Franziskus, Am 5. Oktober 1834 fand die Wiedereinweihung mit einer großen Feierlichkeit unter dem späteren Bischof von St.Pölten und gebürtigen Waidhofner, Propst Anton Buchmayr, statt.



Hoher Markt

Der Durchgang beim Cafe Hartner, 1849 unter Bürgermeister Großmann angelegt, führt auf den Hohen Markt. Dieser Stadtteil wurde in früherer Zeit „Im Winkel“ genannt, da er parallel zum Graben verlaufend die beiden Stadtplätze zu einem Dreieck verbindet.
In diesem Haus befand sich zur Biedermeierzeit die städtische Hauptschule. Im Jahr 1839 wurden hier ganztags 435 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren von einem Direktor, einem Lehrer, sowie drei Schulgehilfen unterrichtet.




Bürgerspitalkirche

1274 stiftete der Bürger Hugo Eberhard das Bürgerspital. Es war Altenwohnheim und Armenhaus zugleich.  Die Stiftung besteht auch heute noch und ermöglicht der Stadt Waidhofen die Realisierung sozialer Projekte.
Das Spital ist durch einen Quergang mit der Kirche St. Katharina verbunden, in der noch Freskenreste zu sehen sind.
Heute wird die Bürgerspitalkirche sowohl von Protestanten als auch von Katholiken genutzt und setzt als gemeinsamer Versammlungsort ein spätes Zeichen der historischen Aussöhnung mit der Leidensgeschichte der Reformationszeit in Waidhofen.





Weyrer Tor

An der Stelle dieser engen Stadteinfahrt stand früher das Weyrertor. Erbaut 1273 bewachte es fast 600 Jahre lang den Zugang in die Untere Stadt.  1872 wurde es zur Verbreiterung der Stadteinfahrt abgerissen, nur um wenig später durch den Neubau des Hotels Inführ die Engstelle wieder herzustellen.
Hier kann man, ebenso wie in der Ybbstorgasse, erkennen, wie die Notwendigkeit von Verteidigungsmaßnahmen in die Stadtplanung mit einfloss. Die abknickenden Straßen im Bereich der Befestigungsmauern sollten mögliche Angreifer blockieren und den Verteidigern einen strategischen Vorteil verschaffen.






Altes Rathaus

Der spätmittelalterliche Bau mit gotischem Arkadenhof gehörte dem Ratsherrn Michael Hummel. Das Innere des Hauses enthält eine reich geschnitzte Holzdecke von 1666. Seit 1849 war dieses Gebäude fast  einhundert Jahre lang das Rathaus der Stadt. An der Rückseite des Innenhofes kann man noch das Tor des Gemeindegefängnisses (Kotters) erkennen.







Alte Post

Zurückgehend bis in 14. Jahrhundert besticht dieses Haus, durch die mächtige, vorspringende Biedermeier-Fassade. Diese verbindet sich harmonisch mit dem spätgotischen Krüppelwalmdach. Der Laubengang  mit den Kreuzrippen und der trapezförmige Innenhof sind eindrucksvolle Beispiele gotischer Architektur. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude als Poststation genutzt.

Am Thürl

Parallel zum Schwarzbach und der heutigen Wiener Straße verlief in historischer Zeit ein Teil der Befestigungsmauer vom Bürgerspital bis zum Schloss. Auf halbem Wege befand sich als Stadteingang das „Thierl beim Prechtl“, das heute noch „Am Thürl“ heißt, den Einheimischen jedoch besser als „Erb-Gasserl“ bekannt ist.
Das Thürl bestand aus zwei Türmen, die durch eine Brücke über den Wassergraben verbunden waren.






Stadteinfahrt beim Schilchertor

An dieser Stadteinfahrt stand ein weiterer Torturm, der als Amstettner oder Schilchertor bezeichnet wurde. Urkundliche Quellen von 1273 nennen bereits das Tor, das den Eingang zum neuen Stadtteil bewachte. Der Torturm stand als mächtiger Vierkanter mit Pultdach fast 600 Jahre an dieser Stelle bevor er 1845 abgerissen wurde.
Das Abbruchsmaterial wurde für den Bau des nebenstehenden Biedermeier-Hauses verwendet.

Pfarrgasse

Die kleine Gasse entlang der alten Stadtmauer, die unter dem Pfarrhof hindurchführt, ist eine der ältesten Stadteingänge und wird heute noch als schneller Zugang zum Oberen Stadtplatz genutzt.

Haus am Freisinger Berg

Das schmale, zwischen den beiden Gassen lang ausgestreckte Haus trägt die Jahreszahl 1571 und verweist damit auf den großen Stadtbrand desselben Jahres. Politische Unruhen und wirtschaftliche Miseren verhinderten lange Zeit den Wiederaufbau der Stadt. So kann dieses Haus wohl als erster Neubau der zerstörten Stadt bezeichnet werden.

Zeller Hochbrücke

Lange Zeit verband eine niedrige Holzbrücke Waidhofen mit der Nachbargemeinde Zell. 1898 errichteten die Zeller einen Neubau. Die Brücke wurde im „System Mounier“, einem Vorläufer des heute verwendeten Stahlbetonbaus errichtet.  Da Waidhofen sich geweigert hatte, sich finanziell am Projekt der ungeliebten Zeller Konkurrenten zu beteiligen, wurde die Einhebung einer Brückenmaut beschlossen.

Nach dreijährigem Betrieb ließ sich die Brückenmaut nicht mehr aufrecht erhalten. Die  Brücke wurde nach einer einmaligen Beitragszahlung durch Waidhofen in die Landesverwaltung übergeben.


Zeller Hauptplatz

Lange Zeit bildete das Kleineisengewerbe die wirtschaftliche Grundlage von Zell. Zahlreiche Schmiedebetriebe waren hier zu finden.
Die Zeller Handwerker waren in das Waidhofner Verlagssystem einbezogen und von den Waidhofner Eisenhändlern abhängig. Das führte nach der Markterhebung Zells zu einer problematischen Konkurrenzsituation.