Wasserversorgung mit Weitblick

Waidhofen investiert in eine sicher Zukunft

Waidhofen ist reich an Wasser. Gerade in Zeiten des Klimawandels, zunehmender Hitze und längerer Trockenperioden wird deutlich, wie wertvoll dieser natürliche Schatz ist. Ihn zu schützen und auch für kommende Generationen zu sichern, ist eine zentrale Aufgabe der Stadt. Rund 22,5 Millionen Euro wurden deshalb in den vergangenen 15 Jahren in die Wasserversorgung investiert.

Wasser zählt zu den wichtigsten natürlichen Ressourcen Waidhofens. Quellen, Bäche und die Ybbs prägen Landschaft und Lebensraum und tragen wesentlich zur hohen Lebensqualität in der Region bei. Während Wasserknappheit und anhaltende Trockenperioden in vielen Regionen zunehmend zur Herausforderung werden, zeigt sich umso deutlicher, welchen besonderen Wert der Wasserreichtum Waidhofens hat. „Wir dürfen uns glücklich schätzen, in einer Region zu leben, die über wertvolle und ergiebige Wasserressourcen verfügt. Gerade angesichts der klimatischen Veränderungen ist das heute alles andere als selbstverständlich. Unser Wasser ist ein Schatz, dessen Bedeutung in Zukunft noch weiter zunehmen wird“, sagt Bürgermeister Werner Krammer.

In den vergangenen 15 Jahren wurde deshalb konsequent in den Ausbau der Wasserversorgung investiert. Neun Wassergenossenschaften wurden neu errichtet, rund 135 Kilometer Wasserleitungen neu gebaut oder erneuert und die Versorgungssicherheit auf mittlerweile 98 Prozent des Stadtgebietes ausgeweitet. Zwei bestehende Wassergenossenschaften, die die Ortsteile St. Leonhard/Wald und Windhag versorgen, wurden zusätzlich an das Stadtwasser angeschlossen. Allein im Bereich der Wassergenossenschaften entstanden rund 100 Kilometer neue Wasserleitungen, zehn Hochbehälter, 13 Pumpwerke und mehr als 200 neue Hausanschlüsse.

Auch die Stadt selbst hat ihre Wasserversorgung kontinuierlich ausgebaut: 22,2 Kilometer Wasserleitungen wurden neu verlegt und weitere 12,4 Kilometer erneuert. Zusätzlich wurde ein Hochbehälter saniert, ein neuer Hochbehälter in Schatzöd gebaut und vier Pumpwerke errichtet. Über die Stadtbauabschnitte kamen rund 250 zusätzliche Hausanschlüsse hinzu. Heute bestehen insgesamt 2.633 Anschlüsse an das Stadtwasser.

22,5 Millionen Euro für eine sichere Versorgung

Die Dimension dieser Entwicklung zeigt sich auch finanziell. Rund 12 Millionen Euro wurden in den vergangenen 15 Jahren in Projekte der Wassergenossenschaften investiert. Davon wurden rund 6,3 Millionen Euro durch Bund und Land gefördert. Weitere rund 10,5 Millionen Euro flossen in Projekte der städtischen Wasserversorgung, unterstützt durch Förderungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

„Mein Dank gilt dem Bund und dem Land Niederösterreich für die wichtige finanzielle Unterstützung dieser Projekte. Gerade bei einer so zentralen Infrastruktur wie der Wasserversorgung sind diese Förderungen entscheidend, damit notwendige Investitionen umgesetzt und die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung auch langfristig gewährleistet werden kann“, so Landtagsabgeordneter Vizebürgermeister Mario Wührer.

Die Investitionen schaffen nicht nur Versorgungssicherheit für heute, sondern sind vor allem Vorsorge für die Zukunft. Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und zunehmende Wetterextreme zeigen, dass auch wasserreiche Regionen ihre Ressourcen schützen und ihre Versorgungssysteme vorausschauend weiterentwickeln müssen: „Unser Wasserreichtum ist ein großes Geschenk und ein echter Standortvorteil für Waidhofen. Gleichzeitig können wir uns nicht darauf verlassen, dass eine sichere Versorgung von selbst gegeben ist. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, rechtzeitig zu investieren. Mit unseren Wassergenossenschaften und der städtischen Wasserversorgung haben wir eine starke Grundlage geschaffen. Diese gilt es nun vorausschauend weiterzuentwickeln – damit auch kommende Generationen auf eine sichere Versorgung mit unserem wertvollen Wasser zählen können“, betont Bürgermeister Werner Krammer.

Wasserverbrauch in Waidhofen rückläufig – Spitzen nehmen zu Obwohl die Zahl der Anschlüsse in den vergangenen 15 Jahren um rund zehn Prozent gestiegen ist, ist der Gesamtverbrauch in der Stadt nicht angestiegen, sondern sogar leicht zurückgegangen. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 98 bis 105 Litern pro Tag und damit deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von rund 120 bis 130 Litern.

Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an das Versorgungssystem verändert. Die Tagesspitzen beim Wasserverbrauch nehmen zu. Während vor rund 15 Jahren Spitzenwerte von etwa 5.000 Kubikmetern pro Tag erreicht wurden, waren es im Jahr 2026 bereits bis zu 7.500 Kubikmeter. Auch die Wasserlieferungen an andere Versorgungsgebiete und Wassergenossenschaften sind in diesem Zeitraum um rund 50 Prozent gestiegen.

Damit wird deutlich, dass die Herausforderung weniger im durchschnittlichen täglichen Verbrauch liegt als in der Frage, ob auch an besonders verbrauchsintensiven Tagen ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Auch aktuell ist ein bewusster Umgang mit Wasser wichtig. „Das Gießen von Gemüse, Blumen und anderen Pflanzen ist weiterhin möglich. Gleichzeitig bitten wir darum, auf eine großflächige Rasenbewässerung möglichst zu verzichten und vor einer Poolbefüllung das Wasserwerk zu kontaktieren“, so Markus Hochleitner, Leiter des Wasserwerks.

98 Prozent des Stadtgebietes abgesichert

Ein wesentlicher Schritt für die Versorgungssicherheit wurde bereits in den vergangenen Jahrzehnten gesetzt. Seit Beginn der Ausbauprojekte im Jahr 1998 konnten schrittweise alle Ortsteile an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen werden. Heute ist damit eine Versorgungssicherheit von rund 98 Prozent des Stadtgebietes erreicht.

Doch auch eine bereits gut ausgebaute Infrastruktur muss aufgrund der sich verändernden klimatischen Bedingungen weiterentwickelt werden. So wird daran gearbeitet, zusätzliche Wasserspender zu erschließen und damit auch künftig auftretende Verbrauchsspitzen abdecken zu können. Darüber hinaus gibt es Überlegungen für weitere Verbindungsleitungen zu anderen Wasserversorgern, unter anderem in Richtung Amstetten.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt: Versorgungssicherheit entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch kontinuierliche Investitionen, gute Planung und die Zusammenarbeit von Stadt, Wassergenossenschaften und übergeordneten Förderstellen. „Damit wird die Grundlage geschaffen, dass auch kommende Generationen auf eine verlässliche Wasserversorgung zählen können“, so Stadtrat Anton Schörghofer.