Neue Perspektiven für das Stadtquartier Hauptbahnhof und die Stadt

Standortgespräch im Schloss Rothschild

Ein künstlerischer Auftakt, neue Perspektiven für die Stadtentwicklung und konkrete nächste Schritte: Beim Standortgespräch der Stadt Waidhofen an der Ybbs und der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH stand am vergangenen Donnerstag im Schloss Rothschild die Frage im Mittelpunkt, wie sich Stadtentwicklung, Wirtschaft, Mobilität und Lebensqualität zu einem gemeinsamen Zukunftsbild verbinden lassen.

Den Auftakt gestaltete Autorin Doris Mitterbacher alias Mieze Medusa mit einem künstlerischen Textimpuls. Danach wurde der Blick auf jene Orte und Projekte gerichtet, die Waidhofen in den kommenden Jahren prägen und weiterentwickeln können.

Die Stadtfabrik wird konkret
Bereits beim Standortgespräch im Februar wurde die Idee der „Stadtfabrik Waidhofen“ erstmals vorgestellt. Nun wurde sie von Chris Müller, Immobilien- und Stadtentwicklungs-Experte sowie Gründer und CEO von CMb.industries, weiter konkretisiert. Müller betonte, dass es in Waidhofen nicht um die Entwicklung eines einzelnen Areals gehe, sondern um eine Initiative für die gesamte Stadt.
Die sechs definierten Standorte reichen von bestehenden Entwicklungs- und Wirtschaftsstandorten bis zu historischen und zentralen Orten der Stadt. Gemeinsam bilden sie den Ausgangspunkt für eine Entwicklung, die nicht punktuell, sondern vernetzt gedacht wird.
Mit dem Standortgespräch wurde die Stadtfabrik zugleich sichtbar und zugänglich: Die neue Website www.stadtfabrik-waidhofen.at ging offiziell online. Damit gibt es eine Plattform, auf der die Idee, die Entwicklungsstandorte und die weiteren Schritte der Stadtfabrik zusammengeführt werden.

Das Bahnquartier Waidhofen an der Ybbs als nächster wichtiger Baustein
Eine besondere Rolle kommt dabei dem Areal rund um den Hauptbahnhof zu. Das von den ÖBB geplante Stadtquartier ist ein weiterer wichtiger Baustein der Stadtfabrik und eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung des Bahnhofsumfelds. Auf einer rund 6.000 Quadratmeter großen Freifläche auf dem Bahnareal soll ein neues Stadtquartier entstehen. „Die gute öffentliche Verkehrsanbindung und eine geplante Bruttogeschoßfläche von insgesamt rund 17.200 Quadratmetern schaffen dafür wesentliche Rahmenbedingungen“, erklärte Prokurist Martin Scheiflinger von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH. Grundlage der weiteren Entwicklung ist ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Waidhofen und der ÖBB.
Damit wird der Hauptbahnhof zu einem wichtigen Stellwerk der Zukunft: Hier treffen Mobilität, Stadtentwicklung, Arbeiten, Wirtschaft und öffentliche Räume aufeinander. Auch der Bahnhofsvorplatz ist Teil dieser Perspektive. „Die Neugestaltung soll 2027 und 2028 einen ersten sichtbaren Schritt der Weiterentwicklung setzen“, so Bürgermeister Werner Krammer.

Wirtschaftsraum Waidhofen: Entwicklung braucht Menschen und Betriebe
Der Blick auf die Stadtentwicklung endet dabei nicht bei Gebäuden und Grundstücken. Das Standortgespräch stellte deshalb auch den Wirtschaftsraum Waidhofen in den Mittelpunkt. Bei einer Podiumsdiskussion diskutierten die Zwergenmafia-Gründerinnen Julia Reitbauer und Carina Wailzer, ecoplus-Prokurist Bernhard Ebner, Bene-Geschäftsführer Manfred Huber, Eisenstraße-Projektleiter Josef Lueger und Birgit Schachinger, Unternehmerin und Obfrau der Raiffeisenbank Ybbstal, über die Weiterentwicklung des Wirtschaftsraums.
Im Mittelpunkt standen dabei Fragen nach attraktiven Rahmenbedingungen für Unternehmen, der Weiterentwicklung von Standorten, der Vernetzung der Akteurinnen und Akteure sowie danach, wie Waidhofen auch künftig ein attraktiver Arbeits-, Wirtschafts- und Lebensstandort bleiben kann.

Vom Standortgespräch zur nächsten Etappe
Mit dem Standortgespräch wurde damit ein weiterer Schritt von der Idee zur Umsetzung gesetzt. Die Stadtfabrik ist online, die sechs Standorte bilden die erste gemeinsame Konfiguration und mit dem ÖBB-Stadtquartier zeichnet sich bereits der nächste bedeutende Entwicklungsbaustein ab.

„Wir wollen Waidhofen nicht nur verwalten, sondern aktiv weiterentwickeln. Dafür braucht es eine gemeinsame Perspektive und den Mut, neue Möglichkeiten zu denken. Die Stadtfabrik gibt uns dafür ein starkes Bild und verbindet viele einzelne Vorhaben zu einer gemeinsamen Geschichte“, so Bürgermeister Krammer.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von ecoplus und der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

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