Gestalten auf vielen Ebenen

Georg Berger über Zukunftsdenken, kulturelles Engagement und Eigeninitiative

Wenn Georg Berger über Waidhofen spricht, spürt man die Überzeugung. Ob als Initiator eines Volksmusikfestivals, als Investor in innerstädtische Immobilien oder als Geschäftsführer der örtlichen Raiffeisenbank – sein Engagement hat viele Facetten. Was sie verbindet, ist ein klarer Gedanke: Eine Stadt entwickelt sich nicht von selbst. Sie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen und Freude am Mitgestalten zeigen.

Stadtnachrichten: Sie initiieren das Volksmusikfestival Hollatza mit ihrem Verein, engagieren sich in der Stadtentwicklung und investieren auch privat in Immobilien. Was treibt Sie an, sich auf so unterschiedlichen Ebenen für Waidhofen einzusetzen?

Berger: Ich engagiere mich in Waidhofen aus einer klaren Grundhaltung heraus: Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben und mit meinen Ideen einen Beitrag leisten. Entscheidend ist für mich nicht, was mir eine Stadt geben kann, sondern was ich für sie tun kann.
Seit sieben Jahren bin ich als Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Ybbstal hier tätig und habe in dieser Zeit viele wertvolle Kontakte und Freundschaften geschlossen. Gleichzeitig bewahre ich mir den Blick eines Außenstehenden. Dadurch erkenne ich die großen Schätze Waidhofens besonders deutlich: den historischen Stadtkern, die vielfältige Kulturszene vom Waidhofner Kammerorchester zu den vielen Musikschaffenden bis hin zu den sehr engagierten Musikvereinen, engagierte Betriebe, die für viele Arbeitsplätze in der Region sorgen und beeindruckende sportliche Leistungen. All das entsteht durch Menschen, die sich mit Leidenschaft für die Gemeinschaft einsetzen und mit solchen Menschen arbeite ich sehr gerne zusammen und bin gerne Teil davon. 
Die Verbindung von Beruf und persönlicher Leidenschaft begleitet mich schon lange. Als Tenorsolist im Kirchenchor habe ich früh eine Beziehung zur Stadt Waidhofen aufgebaut, ich spiele Geige und organisiere seit vielen Jahren die Volksmusikantenwallfahrt auf den Sonntagberg. Daraus ergibt sich auch meine besondere Nähe zum geplanten Hollatza Volksmusikfestival. 

Stadtnachrichten: Als Geschäftsleiter der örtlichen Raiffeisenbank tragen Sie wirtschaftliche Verantwortung. Welche Rolle spielt für Sie dabei das Vertrauen in den Standort Waidhofen?

Berger: Das spielt natürlich eine sehr große Rolle. Im engsten Sinne meiner beruflichen Tätigkeit steckt das Wort Glaube oder Vertrauen ja sogar in einem der wichtigsten Handlungsfelder einer Bank, dem Kredit. Ich persönlich vertraue dem Standort Waidhofen sehr, da dieser, geprägt von traditionellen metallverarbeitenden Betrieben, heute auf einem breit strukturierten Gewerbebereich aufbaut, in dem viele Unternehmen zu finden sind, die weit über die Grenzen des Ybbstales hinweg erfolgreich agieren. Neben diesem Bereich ist auch nach wie vor ein starker landwirtschaftlicher Sektor vorzufinden. Viele Menschen, die ich hier kennenlernen darf, sind stolz, in dieser Region arbeiten und leben zu können und das finde ich in Waidhofen deutlich stärker ausgeprägt als in anderen Regionen in denen ich für Raiffeisen bereits tätig war, wie beispielsweise in den Regionen Scheibbs, Wieselburg, Melk oder auch Mödling. Viele Menschen setzen sich für die Region, für Waidhofen und das Ybbstal ein. So wie ich jedoch schon erwähnt habe, ist das nicht etwas, das selbstverständlich ist, das muss vorgelebt, genährt und auch unterstützt werden.

Stadtnachrichten: Wenn Sie an die Zukunft der Stadt denken – was braucht Waidhofen jetzt am meisten: Mut, Zusammenhalt oder klare Entscheidungen?

Berger: Alle drei genannten Aspekte sehe ich als wichtig für die Zukunft von Waidhofen. Denn Zukunft verbinde ich damit, alle Entscheidungen auch in einem Gutteil aus den Augen der jungen Bevölkerung zu treffen und das braucht Mut. Das braucht eben auch genau den Zusammenhalt der Generationen. Schaut die Stadt in ausreichendem Maße auf die Jugend? Wird Waidhofen als jugendliche Stadt gesehen? Das wäre aus meiner Sicht eine ganz wichtige Frage, denn die Jugend von heute ist die Gesellschaft von morgen. Mit dem Hollatza Volksmusikfestival versuchen wir ganz gezielt auch das junge Publikum anzusprechen ein Programm für das junge Publikum zu bieten. Tradition ist auch jung! Ich wünsche mir für Waidhofen Entscheidungen für die „Jungen“