Halbfertig in der Stadtgalerie
Kinga Tóth schließt Stadtschreiberinnenzeit ab
Am Dienstag, 24. März 2026, fand in der Stadtgalerie Waidhofen an der Ybbs die Abschlussveranstaltung von Stadtschreiberin Kinga Tóth statt. Im Mittelpunkt standen ihr künstlerisches Arbeiten in Waidhofen und die Frage, was aus der Residency in der Stadt bleibt.
Unter dem Titel „Halbfertig“ zeigte Tóth Werke, die während ihres Aufenthalts in Waidhofen entstanden sind. Die Autorin und Künstlerin war die zweite Stadtschreiberin, die über das Artist in Residence-Programm der Kulturvernetzung Niederösterreich in die Statutarstadt gekommen ist. Für Tóth wurde die Residency rasch mehr als ein befristetes Arbeitsstipendium. „Waidhofen hat mir vom ersten Moment an viel gegeben. Die besondere Atmosphäre in der Bürgerspitalkirche, die Landschaft und die Offenheit der Menschen haben meine Arbeit getragen“, sagte sie im Rahmen des Abends. „Ich freue mich, dass aus der Zeit als Stadtschreiberin ein dauerhaftes Ankommen wird.“
Die Präsentation in der Stadtgalerie spannte einen Bogen über mehrere Ausdrucksformen. Zu sehen und zu hören waren Ton- und Videoprojekte. Ein weiterer Schwerpunkt war die Lesung, musikalisch begleitet von Ulrich Musa-Rois. Das Zusammenspiel aus Text und Musik verdichtete die Stimmung im Raum und machte nachvollziehbar, wie eng Wahrnehmung, Sprache und Klang in Toths Arbeit verbunden sind.
Ein besonderer Arbeitsort war dabei ihre Unterkunft in der Bürgerspitalkirche. Die spezielle Umgebung, die Landschaft rund um Waidhofen und die Begegnungen in der Stadt prägten die Monate der Stadtschreiberin. Neben den in der Stadtgalerie präsentierten Projekten stellte Tóth in Waidhofen auch ihren Gedichtband „Mariamachina“ fertig.
Bürgermeister Werner Krammer dankte Kinga Tóth für ihr Schaffen in Waidhofen und ordnete die Residency als kulturellen Gewinn für die Stadt ein. „Kinga Tóth hat in kurzer Zeit einen intensiven künstlerischen Austausch mit der Stadt aufgebaut. Ihre Arbeiten zeigen, wie fruchtbar das Zusammenspiel von Ort, Menschen und künstlerischer Perspektive sein kann“, sagte Krammer. Besonders freut den Stadtchef, dass Tóth ihren Lebensmittelpunkt künftig dauerhaft nach Waidhofen an der Ybbs verlegt.
Mit „Halbfertig“ setzte Kinga Tóth einen Schlusspunkt unter ihre Stadtschreiberinnenzeit und zugleich ein Zeichen für Kontinuität.