Klinikstandort Waidhofen gezielt gestärkt
Schwerpunkte: Augenheilkunde und Akutgeriatrie
„Mit einer neuen Akutgeriatrie und Remobilisation sowie dem Ausbau der Augenheilkunde setzen wir einen wichtigen Schritt für einen modernen und zukunftsfähigen Klinikstandort in Waidhofen/Ybbs. Insgesamt werden rund 3,9 Millionen Euro investiert“, so der für die Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser, der zudem betonte, dass die Erstversorgung weiterhin gesichert bleibt.
Ab 2027 wird ein neuer Schwerpunkt für Akutgeriatrie und Remobilisation etabliert. Dieser Bereich gewinnt angesichts der demografischen Entwicklung stark an Bedeutung und ermöglicht älteren Patientinnen und Patienten eine bestmögliche Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben. Das neue Angebot ergänzt die internistische Grundversorgung in Waidhofen/Ybbs und stellt sicher, dass auch weiterhin eine wohnortnahe Versorgung für ältere Menschen angeboten werden kann. Die Kombination von Landesklinikum und Pflegezentrum hat dabei eine Vorbildfunktion für ganz Österreich.
Zusätzlich wird die Augenheilkunde stark ausgebaut. Die Abteilung versorgt nicht nur den südwestlichen Raum Niederösterreichs, sondern wird auch aus angrenzenden Bundesländern stark nachgefragt. Eine Vergrößerung der Räumlichkeiten mit Eingriffsraum, einer angesiedelten Bettenstation und einer neu errichteten perioperativen Behandlungseinheit (POBE) für Vor- und Nachbehandlung werden nach dem Umbau verfügbar sein.
„Durch die verbesserten infrastrukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen wird eine Ausweitung der operativen Tätigkeiten ermöglicht – so ist mit einer Steigerung von derzeit etwa 1.700 bis auf zukünftig 2.500 Eingriffen pro Jahr zu rechnen“, erklärt die Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur Elisabeth Bräutigam.
Zudem werden die Landeskliniken Amstetten und Waidhofen/Ybbs künftig noch enger im Klinikenverband zusammenarbeiten. Ziel ist es, die einzelnen Klinikstandorte zu stärken, medizinische Schwerpunkte sinnvoll zu bündeln und das Angebot für die Menschen in der Region auszubauen. Im Rahmen des geplanten Klinikenverbandes wird die kardiologische Schwerpunktversorgung – einschließlich des Herzkatheters – vom Landesklinikum Waidhofen/Ybbs im Landesklinikum Amstetten gebündelt. Damit kann am Standort Amstetten ein hochspezialisiertes Team kardiologische Schwerpunktleistungen mit modernster Diagnostik und intensivmedizinischer Ausstattung anbieten und eine Versorgung rund um die Uhr gewährleisten werden.
„Die Patientenzahlen in der Kardiologie steigen, die Krankheitsbilder werden komplexer und multimorbide Verläufe nehmen zu. Das Landesklinikum Amstetten ist ein regionales Schwerpunktkrankenhaus und verfügt über jene interdisziplinären Strukturen, die für moderne Herz-Kreislauf-Medizin erforderlich sind. Dieses Setting folgt der abgestuften Versorgungskaskade: Häufige, weniger komplexe internistische Leistungen bleiben wohnortnah, komplexe Diagnostik und Therapie werden an spezialisierten Standorten gebündelt“, unterstreicht der Geschäftsführer der Gesundheitsregion Mostviertel Martin Kaiser.
Auch die onkologische Versorgung in Waidhofen/Ybbs wird weiterhin in Kooperation mit dem Klinikenverband Amstetten-Waidhofen/Ybbs, wo sich das Zentrum der Onkologie im Mostviertel befindet, angeboten. Diagnostik, Abklärung und operative Eingriffe finden weiterhin im Landesklinikum Waidhofen/Ybbs statt. Die regionalen Tumorboards bündeln die Expertise aller beteiligten Fächer und ermöglichen eine individuell abgestimmte Behandlung für jede/n einzelne/n Patienten/Patientin. Auch hier werden die Patientinnen und Patienten durch die gemeinsame onkologische Versorgung durch den Klinikenverband Amstetten-Waidhofen/Ybbs profitieren.
Bürgermeister Werner Krammer sagte: „Die Zukunft des Landesklinikums ist ein Thema, das viele Menschen in unserer Stadt bewegt. Das ist mehr als verständlich, denn es geht um Sicherheit, um Vertrauen und um die Gewissheit, im entscheidenden Moment gut versorgt zu sein. Genau deshalb ist es mir wichtig sagen zu können, dass die medizinische Grund- und Erstversorgung in unserer Stadt gewährleistet bleibt. Das Landesklinikum Waidhofen wird auch künftig ein zentraler Pfeiler dieser Versorgung sein und im Zusammenspiel mit anderen Kliniken der Region seine Stärken einbringen. Erfreulich und wichtig dabei ist die Weiterentwicklung des Standortes Waidhofen mit gezielten Investition in den Bereichen Augenheilkunde und Akutgeriatrie sowie den Synergien mit dem künftigen Pflegezentrum. Gleichzeitig zu dieser Spezialisierung bleibt die Grund- und Erstversorgung erhalten, und der Standort ist gesichert. Diesen Weg gehen wir als Standortgemeinde sehr gerne mit.“