Was Waidhofens Innenstadt stärkt
Über neue Impulse, Investitionen und mehr Dienstleistungen
Waidhofens Innenstadt ist mehr als eine Ansammlung von Gebäuden. Sie ist Begegnungsraum, Arbeitsplatz, Versorgungszentrum und Identität zugleich. Wer durch Waidhofen geht, spürt diese besondere Mischung aus Tradition und Moderne. Genau deshalb wird das Zentrum nicht dem Zufall überlassen, sondern aktiv und behutsam weiterentwickelt.
Vier aktuelle Entwicklungen zeigen, wohin der Weg führt: Qualität sichern, Versorgung stärken, Dienstleistungen bündeln und Investitionen ermöglichen.
Gesundheit mitten im Leben
Mit der künftigen Ordination von Allgemeinmedizinerin Dr. Martina Reingruber im Kröllerhaus erhält ein prägendes Gebäude am Unteren Stadtplatz eine neue, starke Funktion. Das Kröllerhaus befand sich seit dem Jahr 2020 im Besitz der Stadt Waidhofen und wurde per Gemeinderatsbeschluss in der Jännersitzung an Martina und Sebastian Reingruber verkauft. „Die strategische Sicherung zentraler Gebäude in unserer Innenstadt ist kein Zufallsprodukt, sondern Teil einer klaren, vorausschauenden Entwicklungspolitik“, erklärt Bürgermeister Werner Krammer. „Unsere Strategie ist klar: Wir sichern uns bei zentralen Immobilien Gestaltungsspielraum. Wir prüfen sorgfältig, welche Nutzung nicht nur wirtschaftlich tragfähig ist, sondern auch einen nachhaltigen Mehrwert für die Innenstadt bringt. Und wir verkaufen nicht einfach, wir entwickeln. Im jüngsten Fall ist uns genau das gelungen. In einem zentral gelegenen Gebäude wird künftig eine Ordination für Allgemeinmedizin entstehen. Das ist mehr als eine neue Praxisadresse. Es ist ein starkes Signal für Versorgungssicherheit, für kurze Wege und für eine lebendige Innenstadt“, so Krammer weiter.
Bewusste Entscheidung für das Zentrum
Für die Ärztin Martina Reingruber ist der Schritt eine Antwort auf den wachsenden Platzbedarf: „Die bisherigen Räumlichkeiten in der Ybbsitzerstraße sind mittlerweile an ihre Grenzen gestoßen. Daher haben wir nach einer Lösung gesucht, um unseren Patientinnen und Patienten auch künftig die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Das Kröllerhaus bietet uns genau diese Möglichkeiten“ Gemeinsam mit dem Architekten Gernot Hertl aus Steyr planen die neuen Eigentümer die sorgfältige Adaptierung des Gebäudes – mit Respekt vor der historischen Substanz und mit Blick auf eine zeitgemäße Nutzung. „Wir haben im Kröllerhaus bereits bei der ersten Besichtigung das Potenzial gesehen und freuen uns, hier in Zukunft unsere Patientinnen und Patienten zu betreuen“, erklärt Martina Reingruber. Mit dem neuen Standort im Herzen Waidhofens soll eine moderne, gut erreichbare Praxis entstehen. Über 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden hier tätig sein. Bis zur Eröffnung in den neuen Räumlichkeiten läuft der Betrieb in der bisherigen Ordination unverändert weiter.
Dienstleistungen im Zentrum bündeln
Mit der Ansiedelung zusätzlicher Dienstleister, darunter ein neuer Rechtsanwalt, wird die Innenstadt auch als Beratungs- und Verwaltungsstandort gestärkt. Kurze Wege zwischen Bezirksverwaltung, Kanzleien, medizinischen Einrichtungen und Betrieben machen das Zentrum zum funktionalen Knotenpunkt.
Das schafft Synergien und erhöht die Attraktivität für Unternehmen ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger. Rechtsanwalt Alexander Übelacker eröffnete im Februar seine Kanzlei am Unteren Stadtplatz. Für den Waidhofner ist das mehr als ein beruflicher Schritt: „Es war immer klar, dass ich nicht nur privat, sondern auch beruflich in meine Heimat zurückkehren möchte“, freut sich der erfahrene Jurist. Als Teil der Wetzl Pfeil & Partner Rechtsanwälte ist er ab sofort am Unteren Stadtplatz mitten im Zentrum präsent. Besonders schön: Die neuen Büroräume fügen sich in die historische Baustruktur ein und machen sichtbar wie Altstadt und Zukunft zusammenpassen. Wo jahrhundertealte Mauern das Stadtbild prägen, entstehen moderne Arbeitsplätze.
Eine weitere Neueröffnung feierte Stefanie Buxbaum mit ihrem Fotostudio im RIZ. Als Hochzeitsfotografin bekannt, erweitert sie nun ihr Angebot.
Investitionen, die Vertrauen zeigen
Ein besonders starkes Signal senden auch bestehende Handelsbetriebe. Die dm-Filiale wird modernisiert, die Hartlauer-Filiale erweitert. Das sind keine kosmetischen Maßnahmen, sondern klare Bekenntnisse zum Standort.
Unternehmen investieren dort, wo sie Zukunft sehen. Sie sichern Arbeitsplätze, schaffen zeitgemäße Einkaufswelten und erhöhen die Frequenz für umliegende Betriebe. Gerade in Zeiten struktureller Veränderungen im Handel ist das ein deutliches Zeichen, wie auch Bürgermeister Werner Krammer betont: „Unser Einkaufszentrum ist die Innenstadt.“ Im Zuge der ganzheitlichen Modernisierungsarbeiten wird der dm-Markt nach dem neuen Ladenkonzept umgestaltet. Auch das äußere Erscheinungsbild des Marktes wird im Austausch mit dem Stadtbaubeirat behutsam und passend zur historischen Innenstadt von Waidhofen modernisiert. „Unser Anliegen ist es, dass sich der Markt nicht nur als moderne und zentrale Einkaufsmöglichkeit präsentiert, sondern sich auch harmonisch in das schöne Stadtbild einfügt“, erläutert Marktverantwortliche Silvia Grurl und ergänzt: „Wir freuen uns schon darauf, bald wieder für unsere Kundinnen und Kunden da sein zu dürfen und ihnen mit dem neugestalteten Markt ein noch angenehmeres und übersichtlicheres Einkaufserlebnis zu bieten.“ Ab 2. April 2026 steht der dm-Markt Kundinnen und Kunden wieder mit dem gewohnt vielfältigen Sortiment sowie einem Eröffnungsrabatt von 15 Prozent zur Verfügung.
Qualität mit klaren Leitlinien
Gleichzeitig wird das historische Stadtbild bewusst geschützt. Die geltende Bausperre dient der Ausarbeitung eines Teilbebauungsplanes und klarer Schutzzonen bei Bauvorhaben. Ein Punkt ist den Verantwortlichen dabei besonders wichtig: „Die Bausperre ist kein Baustopp. Sie bedeutet nicht, dass nicht gebaut werden darf. Sie sorgt dafür, dass Vorhaben vorab geprüft werden, damit sich Neues stimmig einfügt und die Entwicklung nicht zufällig, sondern mit Blick auf das Ganze passiert“, betont Bau-Stadtrat Martin Dowalil. Nach der ersten Festlegung wurden die Planunterlagen öffentlich aufgelegt, online auf der Website der Stadt zugänglich gemacht und umfassend erklärt. Nun werden alle dazu eingelangten Rückmeldungen bearbeitet. Die Hinweise von Anrainerinnen und Anrainern werden derzeit geprüft, die geplanten Schutzzonen nochmals gezielt diskutiert und anschließend so schnell wie möglich zur Beschlussfassung vorbereitet.
Das Herz der Stadt schlägt weiter
All diese Entwicklungen folgen einer gemeinsamen Überzeugung: Eine starke Innenstadt entsteht nicht zufällig. Sie entsteht durch klare Planung, durch Vertrauen von Betrieben, durch hochwertige Dienstleistungen und durch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Bürgermeister Werner Krammer unterstreicht: „Unsere Innenstadt ist und bleibt das Herz der Stadt. Und dieses Herz schlägt weiter. Kraftvoll, qualitätsbewusst und mit einem zielgerichteten Blick nach vorne. Aber eines ist dabei klar: Eine Innenstadt ist kein statisches Gebilde. Sie ist lebendig und sie verändert sich. So wie sich auch unsere Gesellschaft, unsere Bedürfnisse und unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern. Diese stetige Entwicklung ist kein Zeichen von Unruhe, sondern von Vitalität. Eine starke Innenstadt muss sich bewegen dürfen. Sie braucht Mut zur Anpassung, Offenheit für Innovationen und den Willen, Chancen aktiv zu gestalten. Nur so bleibt sie attraktiv.“